Zur Ader gelassen – Blutegeltherapie bei Gefäßerkrankungen

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Blutegel können bei allen Krankheiten, die mit Durchblutungsstörungen einhergehen oder infolge von Durchblutungsstörungen entstehen, eingesetzt werden. Der Blutegel (Hirudo medicinalis), der zur Gruppe der Ringelwürmer gehört, wurde schon seit Jahrtausenden zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Heute wird der Blutegel als Arzneimittel gemäß des Arzneimittelgesetzes in streng kontrollierten Zuchtanstalten kultiviert, über Apotheken bezogen und nur einmalig eingesetzt, so dass die Sorge wegen einer möglichen Keimübertragung unbegründet ist. Die Blutegel saugen aber nicht nur Blut, sondern das Geheimnis des Erfolges der Behandlung liegt im Speichelsekret der Tiere. Blutegel geben über ihren Speichel bis zu 80 Wirkstoffe in die Wunde ab, die unter anderem antientzündlich, gerinnungshemmend, durchblutungsfördernd und Abwehrkräfte steigernd wirken. Die Egel saugen ca. eine halbe Stunde und fallen dann ab. Danach kommt es zu einer Nachblutung, sanfter Aderlass, die den Therapieerfolg noch verstärkt.

Mit der Blutegeltherapie werden gute Ergebnisse bei der Behandlung von Krampfadern erzielt. Krampfadern sind dauerhaft erweiterte, unregelmäßig geschlängelte Venen, die meistens auf einer Bindegewebs- und Venenschwäche beruhen. Symptome sind schwere, müde oder schmerzende Beine. Im fortgeschrittenen Stadium zeichnen sich die verdickten Venen durch die Haut hindurch ab. Wasser wird im Gewebe eingelagert, und es entstehen Ödeme (Schwellungen). Die Blutegelwirkung beruht auf dem Bissreiz, den in die Bisswunde abgegebenen Wirkstoffen sowie der Nachblutung. Der Blutegel sondert u.a. den Wirkstoff Hirudin ab, der die Blutgerinnung hemmt, d.h. eine Nachblutung tritt ein. Ebenso wird der Lymphstrom beschleunigt. Gestaute Regionen werden entstaut und entschlackt, was zu einem schmerzlindernden Effekt zur Folge hat. Für die Krampfaderbehandlung heißt das, die Schwellung geht rasch zurück, das krampfartige Ziehen verschwindet, sowie das Gefühl der „schweren Beine“ wird deutlich verbessert. Auch optisch hilft die Therapie, da die unangenehme Hautverfärbung der Krampfadern sich mit der Zeit zurückbildet. Bei Thrombosen handelt es sich um einen Verschluss der Venengefäße. Es bildet sich ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß. Auch hier kommt es zu unangenehmen Schwellungen und schmerzhaften Ziehen. Gerade die blutverdünnende Wirkung begründet hier den Einsatz von Blutegeln, die bei frühzeitigem Behandeln zur schnellen Linderung verhelfen können. Durchblutungsstörungen in den arteriellen Gefäßen der Beine und Arme äußern sich unter anderem mit Kältegefühl und Schmerzen. Hier setzt man die Blutegel im Bereich der Wirbelsäule auf. Von dort wird die Durchblutung über die Neven gesteuert. Die durchblutungsfördernde, blutgerinnungshemmende und blutverdünnende Wirkung entfaltet das Sekret des Blutegels im gesamten Körper. Bei Gefäßerkrankungen kann dem Patienten mit der Blutegelbehandlung eine sinnvolle Therapie angeboten werden, die auch gut wirkt.

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