Die Haltung und Pflege der nützlichen Blutsauger

Medizinische Blutegel sind in Deutschland ein rezeptfreies, apothekenpflichtiges Arzneimittel. Sie sind aquaristische lebende Tiere, die bis zu ihrer medizinischen Anwendung unter spezifischen Bedingungen gehalten werden müssen. Blutegel werden bei einer Zuchtstation bestellt und geliefert. Dort werden sie in naturnahen Teichen gehalten und gezüchtet. Die Blutegel werden frisch gefangen, auf ihre Vitalität überprüft und in feuchte Stoffsäckchen verpackt. Da der Blutegel auf Temperaturschwankungen empfindlich reagiert, wird das Säckchen  in einer Thermobox aus Styropor zwischen feuchten Schaumstoffflocken transportiert. Meist wird die bestellt Lieferung noch am selben Tag verschickt.

Nach Erhalt der Lieferung müssen die Blutegel in ein gut verschließbares Glas mit frischem Wasser gegeben werden. Um eine gesunde Haltung zu ermöglichen, muss darauf geachtet werden, dass das Wasser immer sauber, chlorfrei und kalkarm ist. Blutegel sterben bereits bei geringen Chlormengen im Wasser. Zu empfehlen ist deshalb destilliertes Wasser, das mit 0,5 g Meeressalz pro Liter versetzt werden muss. Das destillierte Wasser sollte auch vollständig keimfrei sein. Wegen ihrer Lichtempfindlichkeit werden die Blutegel optimaler Weise in Steintöpfen oder Braunglasgefäßen gehalten. Werden helle Glasgefäße benutzt, sind diese an einem abgedunkelten Ort aufzubewahren. Der Behälter muss bis zur Hälfte mit Wasser gefüllt werden. Das Gefäß selber muss gut verschließbar sein, da ansonsten die Egel das Weite suchen. Da Blutegel Stoffe ausscheiden, die für sie selber giftig sind, ist es wichtig, das Wasser regelmäßig durch frisches zu ersetzen. Ein vorsichtiger Wasserwechsel ist zur Reduktion der Keimzahl mindestens alle 2 Tage geboten. Die Wassertemperatur sollte möglichst im Bereich zwischen 3-12 Grad liegen. Als Vorgang der Selbstreinigung stoßen Blutegel feine Haut- und Schleimfetzen ab. Um den Blutegel dieses Abstreifen zu erleichtern, empfiehlt es sich, das Aufbewahrungsgefäß  mit einigen scharfkantigen Steinen auszulegen. Im Winter sollten Blutegel daher jeden zweiten, im Sommer jeden Tag gewaschen werden und von anhaftendem Schleim gesäubert werden. Der Blutegel kann mit seinem ausgeprägten Sinnessystem Lichtveränderungen, die Beschaffenheit des Wassers, Temperatur wahrnehmen. Äußere Stressfaktoren sollten daher möglichst vermieden werden, da zu starker Stress zu einer Vitalitätsabnahme oder zum Tod führen kann. In Therapiepraxen ist eine Haltung von mindestens zwei Tagen vor der Behandlung optimal. Jedoch sollte eine Haltungszeit bis zur medizinischen Anwendung von 2-maximal 4 Wochen nicht überschritten werden, da die Zwischenhaltung der Blutegel unter künstlichen Bedingungen in Gefäßen u.a. zur Erhöhung des Bakterienbesatzes führt und das Risiko einer Sekundärinfektion beim Patienten deutlich erhöht. Die Blutegel müssen vor dem Einsatz mit einem sanften Wasserstrahl gereinigt werden. Unmittelbar vor dem medizinischen Einsatz brauchen die Blutegel einige Stunden Ruhe. Ein Blutegel darf nur einmal medizinisch angewendet werden. Daher sind die Tiere anschließend zu töten z.B. mit Spiritus oder Einfrieren.

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