Geschichte der Blutegeltherapie

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Das Ansetzen von Blutegeln zählt zu den ältesten Heilmethoden, die der Mensch kennt. Blutegel wurden und werden seit Jahrhunderten zur Blutentziehung (Aderlass) verwendet. Dieses Ansetzen der Blutegel sollte zur Entgiftung beitragen. Das Wort „Egel“ leitet sich nicht von „Ekel“, sondern vom griechischen Wort „echis“ = Schlange ab. Die medizinische Bedeutung des Blutegels war im Altertum schon so groß,  dass er sich vermutlich in der Gestalt der Schlange im bekannten Symbol des Aeskulapstabes wiederfindet. Die Worte „Blutegel“ und „Heiler“ sind im Germanischen nahezu synonym. Der Heiler wurde im Englischen im Mittelalter als „leecher“ (leech = engl. Blutegel) bezeichnet. Der indische Gott des Ayurvedas trägt einen Blutegel in einer seiner vier Hände.

Die ersten uns bekannten Aufzeichnungen über Blutegel sind alte Sanskrit Aufzeichnungen (Sammlung religiöser Texte im Hinduismus ca. 1200 v. Chr.). Vom 2. Jahrhundert an verbreitete sich die Methode von Griechenland aus rasch über ganz Europa und wurde zum festen Bestandteil der Medizin. In München (Bayern) wurde 1827 sogar auf Befehl seiner Majestät des Königs auf die Zweckmäßigkeit und die Vermehrung des Blutegels aufmerksam gemacht.  Mitte des 18. Jahrhunderts waren die Tierchen so sehr in Mode gekommen, dass jährlich Millionen Blutegel verbraucht wurden. Jedoch fand auch die Blutegeltherapie zu dieser Zeit ihren Absturz, da sie als Vampirismus bezeichnet wurde und einen immer schlechteren Ruf bekam. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ging mit dem enormen Preisanstieg der Blutegel und den neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen über die Entstehung von Krankheiten der Einsatz deutlich zurück. Die Blutegeltherapie verlor ihren Platz in der schulmedizinischen Anwendung. In den Folgejahren,- und  Jahrzehnten kam es dazu, dass der Blutegel kurz vor der Ausrottung stand. In der modernen Medizin erlebt der Blutegel nun wieder eine Renaissance. Vor einem Vierteljahrhundert wurde ein neues Einsatzgebiet für den Blutegel entdeckt: in der plastischen Chirurgie und Mikrochirurgie helfen sie, die Wundheilung zu fördern. Rheumakliniken, bei niedergelassenen Ärzten und in Kliniken der Naturheilkunde werden Blutegel bei einer Vielzahl von Krankheiten angewendet. Somit werden immer häufiger die positiven Eigenschaften des Blutegels wieder zum Einsatz gebracht.

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